Leben

Fragen, die uns ein Leben lang beschäftigen…

Warum bin ich hier? Habe ich eine Aufgabe zu erledigen? Gibt es ein Ziel? Was passiert nach dem Tod? und gibt es eine Seele?

Gibt es ein Richtig oder Falsch? Gut oder Schlecht? Gibt es einen Sinn und wenn ja, werde ich überhaupt jemals diesen Sinn erfahren? Ist es überhaupt wichtig all das zu wissen? Was ist „Wissen“ schon wert? und wer in uns will das überhaupt wissen? Was ist der Verstand? Wofür ist er da? Und geht es auch ohne?
Was ist das für eine Welt, eine Welt, in der der Verstand eine untergeordnete Rolle spielt? Wo kann der Verstand überleben und wo hört seine Existenz auf?
Ist ein Leben in einem Gefühl von Vollkommenheit wirklich möglich oder doch nur eine Illusion unseres Verstands?
Was ist Liebe?
Die Erfahrungen aus meinem eigenen Leben haben mich viel gelehrt. Ich bin davon überzeugt, dass alles seinen Weg geht und jede Herausforderung ein Geschenk in sich trägt.
Es geht immer weiter, nichts bleibt und alles verändert sich in jedem Augenblick.

Die Grundbedürfnisse und unser Verstand

Als Baby zählen nur die Grundbedürfnisse, wie Nahrung, Liebe und Erholung, damit wir überleben können. Im Laufe unseres Älterwerdens entwickelt sich unser Verstand, der uns hilft, diese Grundbedürfnisse selbständig zu befriedigen, was großartig ist, weil wir auf einmal unabhängig werden und in der Lage sind unser Leben selbst zu bestimmen. Doch der Verstand alleine ist es nicht, der uns glücklich und zufrieden macht. Unser Verstand kann nur existieren aus den Erfahrungen der Vergangenheit und aus den Ängsten, die unsere Zukunft mit sich bringen kann. So schön Gedanken sein können, so gefährlich sind sie, denn wo Gedanken sind haben wir den Blick für den Moment verloren.
Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern und was in der Zukunft passieren wird, können wir jetzt noch nicht wissen. Aber wir können den Augenblick erleben, im Hier und Jetzt sein, den Moment genießen und einfach genau jetzt glücklich sein.
Solange wir darauf warten, dass wir irgendwann einmal glücklich sind, werden wir es in diesem Augenblick nie sein können. Wenn wir darunter leiden, was einmal in der Vergangenheit passiert ist, sind wir nicht in der Lage den jetzigen Moment zu genießen und die Schönheit und die Liebe in den Dingen zu erkennen, die uns gerade umgeben.
Viele Jahre habe ich auf den Autobahnen meines Lebens verbracht. Bin von einem Termin zum nächsten gehetzt, habe mich von einer Abhängigkeit in die nächste gestürzt und nur der Gedanken und die Hoffnung daran, dass es eines Tages einmal besser sein würde hat mich am Leben gehalten.
Mein Verstand war lange Zeit mein bester Ratgeber, der mir immer wieder sagte, ich müsse schneller, besser und weiter gehen. Keine Chance ungenutzt lassen und mich ständig weiterentwickeln. Mein Verstand hat immer das nächste Ziel vor Augen und durch seine vielen Jahre Lebenserfahrung und der Fähigkeit gut und schlecht abzuwägen versucht er mich ständig vor Gefahren zu bewahren. Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich meinem Verstand so eine enorme Bedeutung beigemessen habe und in den meisten Fällen Glauben geschenkt habe.
Als ich vor einigen Jahren in ein tiefes Loch gefallen bin, aus dem mich selbst mein Verstand nicht mehr retten konnte, fing ich an an den scheinbar allumfassenden Fähigkeiten meines Verstandes zu zweifeln und ich lernte, dass nichts aus sich alleine heraus existieren kann. Alles bedingt etwas anderes und die Kunst ist es eine Balance zwischen allem zu schaffen.
Wenn wir uns alleine auf unseren Verstand stützen, dann verlieren wir den Bezug zu uns selbst, zur Natürlichkeit und dem Augenblick.

Auf die Bremse treten und runter von der schnellen Autobahn

Seit einiger Zeit habe ich mich von den schnellen Autobahnen verabschiedet, bewege mich in gemütlichem Tempo auf einfachen Wegen und passe mich dem natürlichen Lauf und dem Rhythmus der Natur an.
Nach und nach habe ich mich von Besitztümern verabschiedet und fühle mich seither freier und unabhängiger.
Aufkommende Sorgen lasse ich weiterziehen und Ängste beruhige ich, indem ich mich an die schönen Dinge im Leben erinnere und mir bewusst mache, dass alles so ist, wie es ist.
Das Ziel ist nicht mehr so wichtig, denn der gegenwärtige Weg ist es, wofür es sich lohnt zu leben. Wer weiß schon, was in 20 Jahren, Monaten oder Tagen sein wird? Nichts lässt sich bis zur Vollkommenheit planen und letztendlich kommt es doch immer ein wenig anders, als man es sich in seiner Phantasie vorgestellt haben mag. Warum also so viel Zeit in Gedanken damit verplempern, was man eh nicht bestimmen kann?
Das Leben ist eine spannende Reise auf unbestimmten Wegen und wir sehen nur das, was wir sehen wollen. Wer, wie ein Ferrari über die Straße jagt wird wohl kaum die Chance haben den faszinierenden kleinen Käfer zu erkennen, der in wunderschönen Regenbogenfarben schimmert und am Wegesrand entlang krabbelt. In der uns bekannten Geschwindigkeit wird es uns ebenso schwer fallen zur inneren Ruhe zu finden um den Gesängen der Vögel zu lauschen und die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. Ab und zu nehmen wir uns solche Momente der Auszeit, die uns Kraft geben und neue Energie. In der Regel verlassen wir diese Ebene jedoch schnell wieder, nur damit wir im nächsten Moment wieder auf höchster Geschwindigkeit unterwegs sein können. Warum eigentlich? Warum geben wir uns nicht einfach dem hin, was tief in jedem einzelnen von uns verborgen liegt? Aus irgendeinem Grund haben wir vermutlich verlernt uns selbst und der Natur zu vertrauen. Und wenn wir uns selbst nicht vertrauen können und aufgehört haben an uns zu glauben, dann beginnen wir an das zu glauben, was uns von Außen herangetragen wird und unser Verstand als gut und richtig bewertet.
Was sagt denn eigentlich das eigene Herz dazu? Hat es überhaupt noch etwas zu sagen?

Zurück zu den Wurzeln unseres Daseins

Die Natur ist unser Ursprung und auf dem Weg zurück zu meinen Wurzeln habe ich mein Leben entschleunigt und vereinfacht. Der Rhytmus der Natur beginnt nun durch meine Adern zu fließen und ich spüre die aufkommende Gelassenheit in mir. Mein Herz ist zu einem starken Wegweiser herangewachsen, aber in passenden Momenten befrage ich auch gerne mal meinen Verstand. Die Balance halte ich, indem ich achtsam gegenüber meinem Herzen und meinen Gedanken bleibe. Denn ich glaube nicht immer gleich, was meine Gedanken mir suggerieren, und versuche stets hinzuhören, was mir mein Herz erzählen will. Ich habe lange Zeit sehr Kopfgesteuert gelebt und so ist es heute meine Herausforderung meine Gedanken ziehen lassen zu können und dafür auch mal mein Herz zu Wort kommen zu lassen.
Meine Lebenseinstellung ist das zu tun, was mir guttut und mich von allem fern zu halten, was mir nicht guttut. So einfach.
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2 Kommentare

  1. …einfach nur schön und wahr!!!!!!!!!! Liebe Alice ich freue mich so sehr für Dich und bin glücklich zu wissen, dass es Dir gut geht. Im Herzen an Deiner Seite!

  2. Hallo Alice,

    meine Freundin hat deine Seite gefunden und mir soeben gezeigt. Ich finde einfach mega schön deinen Beitrag hier zu lesen, weil ich mich selbst in dem wiederfinde was du schreibst. Vielen Dank für deine Erzählung…

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